
Ich treffe Mustafa auf Elefantine nahe der Fähre nach Assuan. Es ist immer wieder so schön die Insel mit der Feluke zu umrunden. Ich liebe es zwischen den vielen anderen Segelbooten auf dem Nil zu segeln und Ibise zu entdecken, die auf den Steinen sitzen und auffliegen, wenn wir zu nahe kommen. Wir kommen zum Strand auf der anderen Seite des Nils und Mustafa erklärt Chratib, dem Kameltreiber, mich zunächst zum Kloster von Simeon zu bringen. Die beiden lachen als das Kamel aufsteht und ich versuche elegant Haltung zu bewahren. Was für ein lustiges Gefühl. Chatrib nimmt sein Tier an die Leine und führt uns den Berg hinauf.
Oben bin ich der einzige Tourist. Ich kaufe ein Ticket (20 EGP) und der Wächter lädt mich zu einer Führung ein: er ist fantastisch! Er erklärt nicht nur, dieses Gebäude ist seine Bühne: eigentlich sollte er den nächsten Oskar in Hollywood bekommen. Er knotet sein (angeblich langes) Haar in ein Loch in die Decke und führt vor, wie ein Mönch schmerzvoll aufwacht, sollte er beim Beten eingeschlafen sein. Er schauspielert leidenschaftlich in dieser schönen Umgebung und ich muss erraten, was er gerade darstellt: Taufen, Brot backen, Essen, Wein pressen - um nur einige zu erwähnen. Er zeigt mir die Schlafräume der (koptischen/christlichen) Mönche, das Gästezimmer für die muslimischen Mekka-Pilger, die "Garagen der Kamele" und viel Erstaunliches mehr. Er ist das Trinkgeld wert, das ich ihm nach der Tour gab.

Chatrib hat im Schatten vor dem Kloster gewartet. Er fragt mich, ob ich gerne "in die Wüste zum Obelisk" reiten wolle. Ich habe noch nie zuvor davon gehört, aber ich bin neugierig und warum nicht? Ich frage ihn, ob er nicht mit mir auf dem Kamel reiten wolle, damit er nicht den ganzen Weg laufen müsse. Kurz darauf nimmt er das Angebot an, das Kamel kniet, er steigt auf und das Kamel beschleunigt. Es ist so wunderbar den Wind zu fühlen, unter dem blauen Himmel zu fliegen, den gelben Sand zu sehen, Assuan hinter uns zu lassen. 5.000 km weiter im Westen wird die Wüste in Marokko am Atlantik aufhören, nach Deutschland ist es "nur" 3.500 km.
Leider ist es nicht sehr weit. Ich mache Fotos von der Spitze des Obelisken, frage mich, wer den wohl mitten ins Nirgendwo geschleppt hat. Dann reiten wir weiter nach Qubbet El Hawa, den "Dom der Winde". Eine Ruine auf der Spitze eines Berges mit gewaltigem Ausblick. Chratib und sein Kamel versuchen nach dem langen und steilen Anstieg durch viel Sand zu Atem zu kommen. Ich klettere über die letzten Steine, spüre die Winde unter der Kuppel, und kann mit dem Fotografieren gar nicht aufhören. Links, Gharb Aswan, das große Nubische Dorf mit so vielen blauen Häusern, unter mir Felukken im blauen Fluss, die Skyline von Assuan dahinter, rechts die Inseln Elephantine und Botanischer Garten, am Horizont der Staudamm.

Mustafa wartet bereits mit der Feluke. Ich hatte ihn von Qubbet El Hawa angerufen, da es leider bereits zu spät war die Fürstengräber zu besichtigen. Ein guter Grund zurück zu kommen.
Gehts
auch etwas kleiner?
Sie können sich
auch mit der Feluke zu den Fürstengräbern
bringen lassen. In diesem Fall können Sie die Kosten für den Kamelritt
sparen.
Oder Sie lassen sich mit der Feluke von Elephantine zu der Anlegestelle bei Aga Khan zu bringen und reiten direkt vom Kloster von Simeon zu den Fürstengräbern, wo Sie wieder mit dem Boot abgeholt werden.
Boot, das Sie nach Aga Khan
bringt, Kamelritt zum Kloster, zum Obelisk, zu Qubbet El Hawwa und den Fürstengräbern,
Boot zurück nach Assuan:
Eine oder mehrere Personen (= ein Boot): 60 EGP je Stunde.
Zuzüglich jede Person
für je ein Kamel: plus 100
EGP
(Preisempfehlung, leider müssen Sie dies mit den Kameltreibern selbst
verhandeln).
Eintrittskarten nicht eingeschlossen:
Ticket Kloster: 20 EGP
Ticket Fürstengräber:
25 EGP